Neue Bücher vorgestellt: 

Klaus Kösters, Die Macht der Bilder. Heinrich Aldegrever und die Reformation, Hrsg. Kunst verein Kreis Soest 2017

Heinrich Aldegrever (1502-1555/61) aus Soest gehört zu den international bedeutendsten Kupferstechern der Reformationszeit in der Nachfolge Albrecht Dürers. Sein gesamtes druckgraphisches Werk umfasst etwa 300 Kupferstiche, in denen er alle damals in der Renaissance beliebten Themen behandelte: Erzählungen aus dem Alten und dem Neuen Testament, Szenen aus der römischen Geschichte und antiken Mythologie sowie zahlreiche ornamentale Kupferstiche, die als Vorlagenblätter für Kunsthandwerker dienten. Sein Werk umfasst aber auch eine Vielzahl von Grafiken, mit denen er sich zum protestantischen Glauben bekannte und gegen die Missbräuche in der katholischen Kirche zu Felde zog. Mit diesen Arbeiten nimmt er Teil an der Entstehung einer protestantischen Bildkunst. Das Buch stellt diese auf die Reformation bezogenen Arbeiten Aldegrevers vor und sucht nach seinen Spuren, die er in Soest hinterlassen hat. 

 

 

Klaus Kösters (Hrsg.), Wilhelm Morgner und die Anfänge der abstrakten Kunst, Hatje-Cantz-Verlag Berlin 2016

 

Wilhelm Morgner (1891-1917) beschritt einen ganz eigenständigen Weg in die Abstraktion. Ihm blieben allerdings nur wenige Jahre für sein künstlerisches Werk, da er schon 1917 im Ersten Weltkrieg fiel.

 

Seine Kunst durchlief ab 1909 in schneller Folge mehrere Stadien vom Naturalismus über den Impressionismus und Pointillismus bis zur expressiven Abstraktion. Geistig und künstlerisch orientierte er sich am »Blauen Reiter«, an Kandinsky und Franz Marc. 1912/1913 war Morgner auf allen wichtigen modernen Kunstausstellungen in Deutschland vertreten. Nach 1913 schränkten Militärdienst und Erster Weltkrieg seine künstlerische Tätigkeit ein. In dieser Zeit entstanden Zeichnungen, die eine neue gegenständliche Kunstauffassung zeigen.

 

Ausgangspunkt seines künstlerischen Weges ist die expressionistische Vorstellung vom Künstler als Ausnahmemenschen, der sich von der Tradition befreit und aus sich selbst heraus eine neue Kunst schafft. Morgner erweist sich hier als Schüler Friedrich Nietzsches. Später unter dem Einfluss Kandinskys wird er sich theosophisch/anthroposophischen Vorstellungen nähern, die ihn zur abstrakten Kunst führen – wie Kandinsky, Marc, František Kupka und Piet Mondrian. Sie werden im Buch mit einigen Arbeiten ebenfalls vorgestellt. Gemeinsam ist ihnen die Vorstellung, mit ihrer Kunst unsichtbare geistige Welten zu öffnen. So fügen sich Morgners Bilder in eine europäische Kunstströmung ein, die vor 1914 ganz entscheidend die Entwicklung zur abstrakten Kunst einleitete. 

 

 

Klaus Kösters, Geschichtsbilder. Deutsche Geschichte im Spiegel der Kunst. Aschendorff-Verlag Münster, 2014

 

150 Jahre deutsche Geschichte im Spiegel der Kunst. Namhafte Künstler wie Max Liebermann, Käthe Kollwitz, Otto Dix, George Grosz, Felix Nussbaum – und nach 1945 Fritz Cremer, Willi Sitte, Anselm Kiefer und Jörg Immendorff – um nur einige zu nennen – haben sich mit der jüngsten deutschen Geschichte auseinandergesetzt. Sie schauen oft mit einem sehr subjektiven Blick hinter die Dinge, sie werten und verdichten das historische Geschehen. Künstler versuchen in ihren Werken jenseits des Individuellen und Faktischen immer auch das Charakteristische der Zeit aufzuzeigen und korrigierend einzugreifen. Ihre Werke erzählen vom Noch-nicht-Vollendenten, vom Möglichen und Erstrebten. Und kommt dies nicht dem sehr nahe, was man als „Lehren aus der Geschichte“ bezeichnet?

 

Von der Industrialisierung über die Kunstauseinandersetzungen in Kaiserzeit und Weimarer Republik, die immer auch hochpolitisch und ideologisch geführt wurden, sowie die Kunstdiktatur der Nazizeit und dem Widerstand, dem Künstler dem entgegensetzten, führt der Weg des Buches in die Zeit des Kalten Krieges, als die Kunst in den Streit der Machtblöcke geriet und endet schließlich in der Zeit der 1970er und 1980er Jahre, als Künstler sich nach Jahren der Verdrängung wieder vermehrt um die kritische Aufarbeitung der deutschen Geschichte bemühten.

 

 

Anpassung – Überleben – Widerstand. Künstler im nationalsozialismus. Hrsg. v. Klaus Kösters, Aschendorff-Verlag Münster 2012

 

Die nationalsozialistischen Machthaber haben nach 1933 fast alle deutschen Künstler von Bedeutung verfolgt, ausgestoßen, ins Exil gejagt oder in den Freitod getrieben. Ihre Werke wurden aus den Museen verbannt, vernichtet oder ins Ausland verschoben. All das, was die moderne Kunst in deutschland ausmachte und ihr weltgeltung verschaffte, wurde ausgerottet und durch einen engstirnigen, deutschtümelnden und kleinkarierten Nationalismus ersetzt - ein Nationalismus, der die geringste freiheitliche Regung unterdrückte und alle, die sich nicht beugten, mit Kerkerhaft, Folter oder Mord terrorisierte.

 

Die Künstler, die sich nicht den ideologischen Vorstellungen der NS-Funktionäre anpassten, gerieten ins Abseits oder gingen ins Exil. Die in Deutschland verbliebenen widerständigen Künstler wurden von den Strömungen der internationalen Kunst abgeschnitten und ihre eigenen Arbeiten als „volksschädliche Verfallskunst“ gebrandmarkt. sie wurden mit Mal- oder Ausstellungsverbot bedroht, die ihre gesamte künstlerische und private Existenz gefährdete oder vernichtete. Sie gerieten in Vergessenheit.

 

Den Künstlern dieser „verschollenen Generation“ gilt die Aufmerksamkeit dieses Buches. Es geht der Frage nach, wie Künstler während des Nationalsozialismus auf ideologische Beeinflussung, Kunstzensur, Überwachung bis hin zu Arbeits- und Ausstellungsverbot reagierten? Wie versuchten sie, ihre künstlerische Identität zu erhalten? Gingen sie in die innere Emigration, passten sie sich an, versuchten sie, so wenig wie möglich aufzufallen? Oder leisteten sie künstlerischen Widerstand durch „verbotene Bilder“, die sie malten? Sahen sie nur noch die Möglichkeit, das Land zu verlassen oder kämpften sie im Untergrund? Die Schicksale der in diesem Buch versammelten Künstler zeigen die gesamte Bandbreite der damals möglichen Reaktionen – also nicht nur die verfemten und verfolgten Künstler, die in die innere Emigration, ins Exil oder in den aktiven Widerstand gingen, sondern auch die Angepassten und Überzeugten, die der nationalsozialistischen Kunstdoktrin bereitwillig folgten.

 

Der dumpfe Hass und die brutale Rücksichtslosigkeit der Nazi-Despoten mit denen sie sich gegen die gesamte Moderne wandten - nicht nur in der Kunst sondern auf allen Gebieten der modernen Kultur – ist beispiellos und nur auf dem Hintergrund der Entwicklung der Kunst seit der Jahrhundertwende zu verstehen. Aus diesem Grund werden 30 Künstlern mit ihren Werken vorgestellt, die die Zeitspanne vom Expressionismus vor 1914 bis in die fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts abdecken.

 

 

Klaus Kösters, 100 Meisterwerke westfälischer Kunst
Aschendorff-Verlag Münster 2010 

 

Der in Münster geborene Maler Berhard Pankok malte 1918 das Porträt des Hagener Kunstsammlers und Gründers des Museums Folkwang Karl Ernst Osthaus, den das Titelblatt zeigt. Osthaus gab zu Beginn des 20. Jahrhunderts die entscheidenden Impulse für die Verbreitung der modernen Kunst nicht nur in Westfalen. Seine Sammlung umfasste so bedeutende Künstler wie Vincent van Gogh, Paul Cézanne oder Paul Gauguin. Zahlreiche junge Künstler, die sich erst später einen Namen machten, erhielten durch ihn entscheidende Anregungen für ihre eigene künstlerische Entwicklung. 

 

Aber die westfälische Kunstgeschichte begann nicht erst mit der klassischen Moderne. Das Buch umfasst die Zeitspanne vom 9. bis zum 20. Jahrhundert. Angefangen mit den karolingischen Wandmalereien von Höxter-Corvey geht der Weg über die mittelalterliche Kunst, die im 15. Jahrhundert mit den großen Namen des Konrad von Soest oder des Meisters von Liesborn ausklingt. Die Renaissance ist mit den Künstlerfamilien Tom Ring und Brabender ebenso vertreten wie die Weserrenaissance und der Soester Kupferstecher Heinrich Aldegrever. Während der Barockzeit sind es vor allem die Künstler der Gegenreformation, die bedeutende Altäre und Grabdenkmäler schufen. Die Kunst nach 1800 leitete der münstersche Maler Johann Christoph Rincklake ein. Am Ende des Jahrhunderts steht Otto Modersohn, der in diesem Zusammenhang mit einem späten Werk vertreten ist. 

Künstler im Umkreis von Karl Ernst Osthaus waren Christian Rohlfs oder Ida Gerhardi, angeregt durch seine Sammlungen wurden Peter August Böckstiegel oder Bernhard Hoetger. Neben ihnen sind viele andere, wie etwa die Expressionisten August Macke und Hermann Stenner zu nennen. Mit Fritz Winter, Josef Albers und Emil Schumacher sind herausragende Vertreter der internationalen abstrakten Kunst vertreten. Aber neben so bekannten Namen macht es sich das Buch auch zur Aufgabe, eine ganze Reihe von Künstlern vorzustellen, die im Laufe der Jahrzehnte in Vergessenheit gerieten. Das gilt vor allem für diejenigen, die während der nationalsozialistischen Kunstdiktatur verfolgt und verfemt wurden. Ihre künstlerischen Leistungen verdienen die erneute Wertschätzung. 

 

100 Kunstwerke und ihre Schöpfer werden mit Bild und Text vorgestellt. In diesem Buch entwickelt sich eine westfälische Kunstgeschichte, die nicht nur die international bedeutenden Werke und Namen umfasst, sondern auch viele überraschende Neu- und Wiederentdeckungen ermöglicht. 

 

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